Injektionstherapie in der Orthopädie

Medikamente gezielt dort einsetzen, wo Beschwerden entstehen

Schmerzen an Gelenken, Sehnen oder der Wirbelsäule lassen sich nicht immer allein mit Tabletten, Physiotherapie oder einer vorübergehenden Entlastung ausreichend beeinflussen. Bei ausgewählten orthopädischen Erkrankungen kann deshalb eine gezielte Injektion beziehungsweise Infiltration Bestandteil eines konservativen Behandlungskonzeptes sein.

Der wesentliche Unterschied zur allgemeinen medikamentösen Therapie besteht darin, dass ein Wirkstoff nicht über den gesamten Körper aufgenommen werden muss, sondern gezielt an beziehungsweise in eine bestimmte anatomische Struktur gebracht werden kann.

In der Privatpraxis von Jan Deichmann – Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie in Hamburg – steht dabei zunächst eine genaue Diagnose im Mittelpunkt. Denn nicht jede Schmerzstelle ist automatisch auch der Ort, an dem die Ursache liegt.

Vor einer Injektion wird deshalb geklärt:

Welche Struktur verursacht wahrscheinlich die Beschwerden? Ist ein Gelenk betroffen? Liegt eine Entzündungsreaktion vor? Handelt es sich um eine Sehnen- oder Schleimbeutelproblematik? Besteht eine Nervenreizung? Und ist eine Injektion überhaupt die sinnvollste Behandlung?

Erst danach lässt sich entscheiden, ob eine Injektion infrage kommt, wohin sie erfolgen sollte und welcher Wirkstoff beziehungsweise welches Präparat geeignet sein könnte.

Diese Seite beschreibt gezielte orthopädische Injektionen und Infiltrationen. Eine klassische Neuraltherapie steht dabei ausdrücklich nicht im Mittelpunkt.

Was ist eine Injektionstherapie in der Orthopädie?

Unter einer orthopädischen Injektionstherapie versteht man die gezielte Verabreichung eines Wirkstoffs mittels Spritze in oder an eine bestimmte Struktur des Bewegungsapparates.

Je nach Diagnose kann beispielsweise unterschieden werden zwischen:

  • intraartikulären Injektionen direkt in ein Gelenk,
  • periartikulären Infiltrationen im Bereich eines Gelenks,
  • Infiltration von Sehnenansätzen oder Sehnenscheiden,
  • Injektionen an bestimmte schmerzhafte Weichteilstrukturen,
  • Infiltrationen im Bereich von Schleimbeuteln,
  • gezielten wirbelsäulennahen Verfahren,
  • regenerativen Injektionsverfahren.

Der Begriff „Injektion“ beschreibt dabei zunächst nur die Art der Anwendung. Die verwendeten Substanzen und das therapeutische Ziel können sehr unterschiedlich sein.

Genau deshalb sollte nicht pauschal von „der Spritze gegen Schmerzen“ gesprochen werden.

Bei welchen Beschwerden können orthopädische Injektionen eingesetzt werden?

Eine Injektion kann bei verschiedenen Erkrankungen des Bewegungsapparates erwogen werden. Häufige Fragestellungen betreffen beispielsweise Knie, Schulter, Hüfte, Ellenbogen oder Wirbelsäule.

Mögliche Einsatzbereiche können – abhängig von Diagnose und Befund – sein:

Gelenkbeschwerden und Arthrose:
Bei schmerzhaften degenerativen Gelenkveränderungen können bestimmte intraartikuläre Behandlungen diskutiert werden.

Entzündliche Reizzustände:
Wenn ein Gelenk oder eine gelenknahe Struktur deutlich entzündlich gereizt ist, kann in ausgewählten Situationen eine lokale Infiltration sinnvoll sein.

Schleimbeutelbeschwerden:
Auch bei bestimmten Schleimbeutelentzündungen beziehungsweise Reizzuständen können gezielte lokale Therapieverfahren infrage kommen.

Wirbelsäulenbeschwerden:
Bei klar definierten Ursachen und gereizten Nervenstrukturen können spezialisierte Infiltrationsverfahren Bestandteil der orthopädischen Schmerztherapie sein.

Entscheidend bleibt immer die Diagnose. Eine Injektion sollte nicht allein deshalb durchgeführt werden, weil an einer bestimmten Stelle Schmerzen bestehen.

Gelenkinjektionen – Behandlung direkt im betroffenen Gelenk

Bei einer intraartikulären Injektion wird die Substanz direkt in den Gelenkraum eingebracht.

Besonders bekannt sind solche Behandlungen am Knie.

Aber auch andere Gelenke können abhängig von der Erkrankung für eine Injektionsbehandlung infrage kommen.

Die Voraussetzung ist eine möglichst sichere Diagnose. Bei Knieschmerzen sollte beispielsweise zunächst geklärt werden, ob tatsächlich das Gelenk selbst betroffen ist oder ob die Beschwerden von Meniskus, Sehnen, Muskulatur oder anderen Strukturen ausgehen.

Die aktuelle deutsche S3-Leitlinie zur Kniearthrose betont außerdem ausdrücklich, dass intraartikuläre Injektionen von entsprechend ausgebildeten Ärztinnen und Ärzten unter Einhaltung der geltenden hygienischen Standards durchgeführt werden sollen.

Welche Wirkstoffe können bei Gelenkinjektionen verwendet werden?

Es gibt nicht das eine Präparat für sämtliche Gelenkbeschwerden.

Je nach Diagnose und Therapieziel können unterschiedliche Substanzen diskutiert werden.

Kortison beziehungsweise Kortikosteroide

Kortikosteroide wirken stark entzündungshemmend.

Bei einer schmerzhaften aktivierten Gelenkerkrankung kann eine intraartikuläre Anwendung in bestimmten Situationen erwogen werden – insbesondere wenn andere pharmakologische Maßnahmen ungeeignet oder nicht ausreichend wirksam sind.

Für die Kniearthrose beschreibt die aktuelle S3-Leitlinie den zu erwartenden Nutzen einer Kortikosteroid-Injektion als zeitlich begrenzt und nennt einen Wirkungszeitraum von ungefähr zwei bis zehn Wochen.

Das bedeutet zugleich: Kortison ist keine pauschale Dauerlösung für Arthrose.

Vor jeder Anwendung sollten Nutzen, mögliche Risiken und Alternativen individuell besprochen werden.

Hyaluronsäure als mögliche Injektionstherapie

Eine weitere bekannte Form der Gelenkinjektion ist die Hyaluronsäure-Behandlung.

Hyaluronsäure ist natürlicher Bestandteil der Gelenkflüssigkeit und trägt zu deren mechanischen Eigenschaften bei.

Bei Arthrose wird sie im Rahmen der sogenannten Viscosupplementation direkt in das Gelenk injiziert.

Allerdings ist die wissenschaftliche Datenlage nicht eindeutig.

Die aktuelle deutsche S3-Leitlinie zur Kniearthrose formuliert aufgrund widersprüchlicher Studienergebnisse keine eindeutige Empfehlung für oder gegen die intraartikuläre Hyaluronsäure-Injektion. Wenn ein Nutzen nachgewiesen wurde, war dieser insgesamt eher gering ausgeprägt. 

Deshalb sollte Hyaluronsäure nicht automatisch bei jeder Arthrose empfohlen werden.

Eine individuelle Beratung ist besonders wichtig.

Regenerative Injektionsverfahren

Auch körpereigene beziehungsweise aus dem eigenen Blut gewonnene Bestandteile werden heute in der konservativen Orthopädie eingesetzt.

Dazu gehören unterschiedliche Verfahren, die jedoch nicht miteinander gleichgesetzt werden sollten.

In der Praxis von Jan Deichmann wird unter anderem die ACS-Therapie mit autologem conditioniertem Serum eingesetzt.

Dabei wird aus patienteneigenem Blut ein Serum gewonnen und anschließend therapeutisch verwendet.

Derartige regenerative Verfahren verfolgen einen anderen Ansatz als eine klassische entzündungshemmende Medikamenteninjektion.

Welche Therapie für einen Patienten infrage kommt, hängt von Erkrankung, Gelenk, bisherigen Behandlungen und individuellen Anforderungen ab.

Injektionen an Schulter und Schleimbeutel

Schulterschmerzen können beispielsweise mit Sehnen, Schleimbeuteln, Gelenken oder der Bewegungsmechanik zusammenhängen.

Eine lokale Injektion kann deshalb nur dann sinnvoll geplant werden, wenn zuvor möglichst klar ist, welche Struktur tatsächlich betroffen ist.

Gerade an der Schulter sollte die klinische Untersuchung durch eine Sonografie ergänzt werden. Häufig ist auch ein MRT der Schulter erforderlich.

Ultraschall ermöglicht es, bestimmte Sehnen und Schleimbeutel dynamisch zu beurteilen und kann bei ausgewählten Injektionen auch zur anatomischen Orientierung verwendet werden.

Dabei gilt: Nicht jede Schulterentzündung benötigt eine Injektion.

Physiotherapie, Belastungsanpassung, gezielte Übungen oder andere konservative Maßnahmen, wie zum Beispiel die Behandlung mit der fokussierten Stoßwelle,  können je nach Diagnose ebenfalls eine wesentliche Rolle spielen.

Gezielte Infiltrationen bei Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind einer der häufigsten Gründe für einen orthopädischen Arztbesuch.

Eine Injektion sollte jedoch nicht automatisch erfolgen, nur weil der Rücken schmerzt.

Zunächst muss unterschieden werden, ob beispielsweise eine muskuläre Problematik, ein Gelenk, eine Bandscheibe oder eine gereizte Nervenwurzel beteiligt ist.

Bei bestimmten klar definierten Nervenwurzelreizungen kann beispielsweise eine periradikuläre Therapie (PRT) infrage kommen. Dabei wird gezielt im Bereich einer betroffenen Nervenwurzel behandelt.

Ebenfalls können die sogenannten Facettengelenke der Wirbelsäule infiltriert werden.

Solche Verfahren unterscheiden sich deutlich von einer allgemeinen Injektion in die Muskulatur und sollten nur nach sorgfältiger Untersuchung und medizinischer Indikationsstellung durchgeführt werden.

Bildgestützte Injektionen – wann sind sie sinnvoll?

Je tiefer oder komplexer eine anatomische Struktur liegt, desto wichtiger kann eine bildgestützte Platzierung werden.

Ultraschall bietet bei vielen oberflächennahen Strukturen den Vorteil einer Darstellung in Echtzeit und kommt ohne Röntgenstrahlung aus.

Andere Verfahren können abhängig von der Körperregion und Fragestellung ebenfalls eingesetzt werden.

Eine Bildsteuerung ist jedoch nicht bei jeder Injektion zwingend erforderlich.

Welche Technik sinnvoll ist, richtet sich unter anderem nach:

  • der zu behandelnden Struktur,
  • der anatomischen Lage,
  • der Diagnose,
  • vorherigen Eingriffen,
  • individuellen anatomischen Besonderheiten.

Die Wahl der Methode sollte deshalb medizinisch und nicht pauschal erfolgen.

Sterile Durchführung ist bei Gelenkinjektionen besonders wichtig

Eine Gelenkinjektion durchbricht die natürliche Hautbarriere.

Dadurch besteht – wenn auch selten – das Risiko, Keime in tiefere Strukturen beziehungsweise in ein Gelenk einzubringen.

Aus diesem Grund sind aseptische beziehungsweise sterile Arbeitsbedingungen ein wesentlicher Bestandteil einer sicheren Injektionstherapie.

Aktuelle Empfehlungen zur Injektionssicherheit verlangen unter anderem aseptisches Arbeiten sowie sterile Einmalnadeln und Einmalspritzen.

Auch die aktuelle deutsche Gonarthrose-Leitlinie verweist für intraartikuläre Injektionen ausdrücklich auf die Hygienestandards der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention.

Dazu gehören unter anderem eine entsprechende Vorbereitung der Haut und ein hygienisch kontrolliertes Vorgehen bei der Medikamentenvorbereitung und Injektion.

Welche Risiken haben orthopädische Injektionen?

Auch eine kleine Injektion ist ein medizinischer Eingriff.

Abhängig von Körperregion und verwendetem Präparat können unterschiedliche Nebenwirkungen auftreten.

Möglich sind beispielsweise:

  • vorübergehender Schmerz an der Einstichstelle,
  • kurzfristige lokale Reizung,
  • Bluterguss,
  • Schwellung,
  • in seltenen Fällen Infektionen,
  • substanzspezifische Nebenwirkungen.

Bestimmte Erkrankungen, Medikamente oder Allergien können ebenfalls Einfluss auf die Entscheidung haben.

Vor einer Injektion sollten deshalb beispielsweise bestehende Infektionen, Blutverdünner, Allergien und relevante Vorerkrankungen besprochen werden.

Was sollte man nach einer Injektion beachten?

Die Empfehlung nach einer orthopädischen Injektion hängt davon ab, welche Struktur behandelt wurde und welches Präparat eingesetzt wurde.

Eine kurze Entlastung kann nach manchen Behandlungen sinnvoll sein.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass das Gelenk über mehrere Tage vollständig ruhiggestellt werden muss.

Sportliche Belastungen oder schweres Training sollten nach bestimmten Injektionen zunächst reduziert werden.

Die konkrete Empfehlung wird nach der Behandlung individuell gegeben.

Bei ungewöhnlich starken Schmerzen, zunehmender Rötung, deutlicher Schwellung, Fieber oder einem ausgeprägten Krankheitsgefühl sollte nach einer Gelenkinjektion zeitnah medizinischer Kontakt aufgenommen werden.

Injektion oder Tabletten – was ist besser?

Diese Frage lässt sich nicht allgemein beantworten.

Tabletten wirken systemisch, also im gesamten Körper. Eine lokale Injektion ermöglicht dagegen die Behandlung einer spezifischen Struktur.

Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Injektion grundsätzlich wirkungsvoller oder besser wäre.

Bei manchen Erkrankungen ist eine kurzfristige medikamentöse Behandlung sinnvoll. In anderen Situationen kann Physiotherapie entscheidender sein. Wieder andere Beschwerden können von einer gezielten lokalen Behandlung profitieren.

Die Stärke einer modernen konservativen Orthopädie liegt deshalb nicht darin, immer dieselbe Methode anzuwenden.

Sie besteht darin, verschiedene Therapieformen sinnvoll miteinander zu kombinieren.

Injektionstherapie als Teil eines konservativen Behandlungskonzeptes

Eine Injektion sollte möglichst nicht isoliert betrachtet werden.

Bei einer Kniearthrose können beispielsweise Bewegung, Muskelaufbau und Gewichtsmanagement mindestens ebenso wichtig sein wie eine lokale Behandlung.

Bei Schulterproblemen können Übungen zur Verbesserung der Schulterfunktion notwendig sein.

Bei Rückenbeschwerden spielen Mobilität, Muskulatur und Alltagsbelastung häufig eine zentrale Rolle.

Die Injektion kann in solchen Situationen dazu dienen, Schmerzen oder entzündliche Reizzustände so weit zu beeinflussen, dass weitere therapeutische Maßnahmen besser möglich werden.

Ziel ist nicht, Beschwerden lediglich für kurze Zeit „wegzuspritzen“, sondern die Behandlung in einen nachvollziehbaren Gesamtplan einzubetten.

Orthopädische Injektionen in Hamburg

In der Privatpraxis Jan Deichmann – Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie – werden Beschwerden des Bewegungsapparates zunächst differenziert untersucht.

Wenn eine Injektionstherapie in der Orthopädie medizinisch sinnvoll erscheint, wird besprochen, welches Verfahren zur Diagnose und zur individuellen Situation passt.

Abhängig vom Befund können beispielsweise gezielte Gelenkinjektionen, Infiltrationen, regenerative Verfahren oder spezialisierte Injektionstechniken infrage kommen.

Die Praxis befindet sich zentral in der Hamburger Innenstadt und richtet sich an Privatversicherte sowie Selbstzahler.

Häufige Fragen zu orthopädischen Injektionen

Was wird bei einer orthopädischen Injektion gespritzt?

Das hängt vollständig von der Diagnose ab. Je nach Erkrankung können beispielsweise entzündungshemmende Medikamente, Lokalanästhetika, Hyaluronsäure oder regenerative Präparate infrage kommen.

Wie schmerzhaft ist eine Gelenkinjektion?

Die meisten Injektionen dauern nur kurze Zeit. Wie unangenehm sie empfunden werden, hängt unter anderem von Körperregion und persönlichem Schmerzempfinden ab.

Wie schnell wirkt eine orthopädische Injektion?

Das hängt vom verwendeten Präparat ab. Manche Substanzen können relativ schnell wirken, bei anderen Therapieformen entwickelt sich eine mögliche Wirkung langsamer.

Kann eine Injektion eine Operation verhindern?

Das lässt sich nicht pauschal versprechen. Bei vielen Beschwerden können konservative Maßnahmen dazu beitragen, Beschwerden zu kontrollieren. Bei fortgeschrittenen Erkrankungen kann eine Operation dennoch sinnvoll oder notwendig werden.

Wie oft darf man eine Gelenkinjektion bekommen?

Das hängt von Wirkstoff, Erkrankung, Gelenk und individueller Situation ab. Eine pauschale Anzahl ist medizinisch nicht sinnvoll.

Gehört Neuraltherapie zu dieser Behandlung?

Nein. Diese Landingpage bezieht sich auf gezielte orthopädische Injektionen und Infiltrationen außerhalb der klassischen Neuraltherapie. Die jeweiligen Verfahren werden nach orthopädischer Diagnose ausgewählt.

Gezielt behandeln statt pauschal spritzen

Sie leiden unter Gelenk-, Rücken- oder anderen orthopädischen Beschwerden und möchten wissen, ob eine gezielte Injektionstherapie für Sie infrage kommt?

In der Privatpraxis Jan Deichmann in Hamburg werden zunächst Ursache und betroffene Struktur untersucht. Anschließend können geeignete konservative Behandlungsmöglichkeiten individuell besprochen werden.

Kurze Wartezeiten.
Persönliche Termine.
Mehr Zeit für Ihre Behandlung.

Neben kurzen Wartezeiten innerhalb der Praxis versuchen wir auch, bei akuten orthopädischen Beschwerden möglichst zeitnah einen Termin anzubieten.

Termin online buchen