Medikamentöse Therapie

Schmerzen gezielt behandeln – Medikamente als Teil eines individuellen Therapiekonzeptes

Schmerzen gehören zu den häufigsten Gründen für einen Besuch beim Orthopäden. Rückenschmerzen, Gelenkbeschwerden, akute Sportverletzungen oder entzündliche Reizzustände können die Beweglichkeit erheblich einschränken und im Alltag schnell zur Belastung werden. Eine medikamentöse Therapie in der Orthopädie kann dabei helfen, Schmerzen zu reduzieren und eine normale beziehungsweise therapeutisch wichtige Bewegung wieder zu ermöglichen.

Dabei sollte jedoch nicht allein das Symptom behandelt werden.

In der Privatpraxis für Orthopädie von Jan Deichmann in Hamburg steht zunächst die Frage im Mittelpunkt, warum Schmerzen entstanden sind und welche Strukturen des Bewegungsapparates betroffen sind. Erst auf dieser Grundlage lässt sich entscheiden, ob Medikamente sinnvoll sind, welcher Wirkstoff grundsätzlich infrage kommt und wie eine medikamentöse Behandlung in das Gesamtkonzept integriert werden kann.

Denn ein akuter Muskelschmerz benötigt möglicherweise eine andere Strategie als eine aktivierte Arthrose, eine Sehnenreizung oder chronische Rückenschmerzen.

Moderne orthopädische Schmerztherapie bedeutet deshalb nicht, möglichst starke Medikamente einzusetzen. Vielmehr geht es darum, so viel medikamentöse Unterstützung wie medizinisch erforderlich und so wenig wie möglich einzusetzen.

Wann werden Medikamente in der Orthopädie eingesetzt?

Medikamente können bei zahlreichen Erkrankungen des Bewegungsapparates eine Rolle spielen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • akute und chronische Rückenschmerzen,
  • Nackenbeschwerden,
  • Arthrose und Gelenkschmerzen,
  • entzündliche Reizzustände,
  • Beschwerden nach Verletzungen,
  • Sportverletzungen,
  • bestimmte Sehnen- und Muskelbeschwerden,
  • schmerzhafte Bewegungseinschränkungen,
  • akute Schmerzepisoden bei degenerativen Erkrankungen.

Entscheidend ist jedoch immer die zugrunde liegende Diagnose.

Schmerzen am Knie können beispielsweise durch Arthrose, Meniskusprobleme, Sehnenreizungen oder Überlastungen entstehen. Schmerzen im Rücken können muskulär bedingt sein, von kleinen Wirbelgelenken ausgehen oder mit einer Nervenreizung zusammenhängen.

Eine pauschale Empfehlung für ein bestimmtes Schmerzmittel wäre deshalb medizinisch nicht sinnvoll.

Was ist das Ziel einer medikamentösen orthopädischen Behandlung?

Eine erfolgreiche Schmerzbehandlung bedeutet nicht zwangsläufig, sämtliche Beschwerden sofort vollständig auszuschalten.

Ein wesentliches Ziel kann darin bestehen, den Schmerz so weit zu reduzieren, dass der Patient wieder beweglicher und belastbarer wird.

Das ist besonders wichtig, weil Bewegung bei vielen orthopädischen Erkrankungen selbst ein wichtiger Bestandteil der Therapie ist.

Wenn Schmerzen dazu führen, dass ein Gelenk kaum noch bewegt wird, kann beispielsweise Muskulatur verloren gehen. Auch Schonhaltungen können zusätzliche Beschwerden verursachen.

Medikamente können deshalb eine Art therapeutisches Zeitfenster schaffen, in dem Physiotherapie, gezielte Übungen oder kontrollierte Alltagsbelastung wieder besser möglich werden.

Die aktuelle S3-Leitlinie zur Kniearthrose verfolgt beispielsweise ausdrücklich einen multimodalen Ansatz: Medikamentöse Maßnahmen sollen – sofern notwendig – nicht-medikamentöse Therapien und Bewegung unterstützen, statt sie zu ersetzen. 

Entzündungshemmende Schmerzmittel – NSAR

Eine häufig eingesetzte Gruppe in der Orthopädie sind die sogenannten nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR).

Zu dieser Wirkstoffgruppe gehören unter anderem Präparate mit Wirkstoffen wie Ibuprofen oder Diclofenac sowie bestimmte COX-2-Hemmer.

NSAR wirken sowohl schmerzlindernd als auch entzündungshemmend.

Sie können deshalb beispielsweise bei bestimmten akuten Gelenk-, Rücken- oder entzündlich gereizten Beschwerden eingesetzt werden.

Dabei gibt es unterschiedliche Anwendungsformen.

Bei bestimmten Gelenkbeschwerden können zunächst Salben oder Gele zur äußerlichen Anwendung sinnvoll sein. Die aktuelle deutsche S3-Leitlinie zur Gonarthrose empfiehlt bei Kniearthrose beispielsweise topische NSAR vor einer oralen Anwendung. Erst wenn eine äußerliche Behandlung nicht ausreichend wirkt oder ungeeignet ist, können orale NSAR erwogen werden. 

Diese Empfehlung lässt sich allerdings nicht automatisch auf jede orthopädische Erkrankung übertragen. Die Auswahl richtet sich nach Körperregion, Diagnose und individueller Situation.

Warum sollten Schmerzmittel nicht einfach dauerhaft eingenommen werden?

Auch frei verkäufliche Schmerzmittel sind Medikamente mit möglichen Nebenwirkungen.

Bei NSAR spielen insbesondere Magen-Darm-Trakt, Nierenfunktion und Herz-Kreislauf-System eine Rolle. Die aktuelle Gonarthrose-Leitlinie weist deshalb ausdrücklich darauf hin, vor einer oralen Therapie Risikofaktoren wie Alter, Begleiterkrankungen, Schwangerschaft und gleichzeitig eingenommene Medikamente zu berücksichtigen. 

Auch Wechselwirkungen können wichtig sein.

Deshalb sollte bei häufiger oder längerfristiger Einnahme nicht einfach die Dosis selbstständig gesteigert werden.

Gerade Patientinnen und Patienten, die bereits Medikamente wegen Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Blutgerinnung oder anderen chronischen Erkrankungen einnehmen, sollten eine zusätzliche Schmerzmedikation ärztlich abstimmen.

Der Grundsatz lautet daher: passender Wirkstoff, möglichst niedrige wirksame Dosis und so lange wie medizinisch erforderlich.

Paracetamol bei orthopädischen Schmerzen

Paracetamol wird von vielen Menschen als klassisches Schmerzmittel wahrgenommen.

Bei orthopädischen Erkrankungen ist der Stellenwert jedoch differenzierter zu betrachten.

Bei Kniearthrose empfiehlt die aktuelle S3-Leitlinie Paracetamol beispielsweise nicht als routinemäßige Behandlung. Es kann dort in ausgewählten Situationen kurzfristig erwogen werden, wenn andere pharmakologische Möglichkeiten kontraindiziert sind, nicht vertragen werden oder keine ausreichende Wirkung zeigen. 

Das zeigt, warum eine individuelle ärztliche Entscheidung sinnvoll ist.

Ein bekanntes Schmerzmittel ist nicht automatisch für jede Form orthopädischer Beschwerden die beste Wahl.

Metamizol bei stärkeren Schmerzen

Bei stärkeren Schmerzen kann in bestimmten Situationen Metamizol eine mögliche Behandlungsoption sein.

Auch dieses Medikament sollte jedoch gezielt und nach Abwägung eingesetzt werden.

Die aktuelle Leitlinie zur Kniearthrose sieht Metamizol beispielsweise vor allem dann als mögliche Option, wenn stärkere Schmerzen bestehen und andere analgetische Maßnahmen ungeeignet, kontraindiziert oder nicht ausreichend wirksam sind.

Wichtig ist eine ärztliche Aufklärung über mögliche Nebenwirkungen – insbesondere über seltene, aber ernst zu nehmende Veränderungen des Blutbildes und darüber, wie bei unerwarteten Infektzeichen reagiert werden sollte. 

Eine solche Therapie gehört deshalb in ärztliche Begleitung.

Welche Rolle spielen Opioide in der Orthopädie?

Stärker wirksame opioidhaltige Schmerzmittel können bei bestimmten schweren oder chronischen Schmerzsyndromen eingesetzt werden.

Sie gehören jedoch nicht zur routinemäßigen Behandlung gewöhnlicher orthopädischer Beschwerden.

Die im September 2026 aktualisierte deutsche S3-Leitlinie zur Langzeitanwendung von Opioiden bei chronischen nicht-tumorbedingten Schmerzen ordnet Opioide ausdrücklich als nachrangige Therapieoption ein. Vor Beginn einer solchen Behandlung sollen nicht-medikamentöse sowie alternative medikamentöse Möglichkeiten optimiert werden. 

Das ist besonders wichtig, weil bei Opioiden neben Nebenwirkungen auch Aspekte wie Gewöhnung, Abhängigkeit und langfristige Therapiesicherheit berücksichtigt werden müssen.

Wenn opioidhaltige Medikamente eingesetzt werden, sind daher klare Therapieziele und regelmäßige ärztliche Kontrollen erforderlich.

Akute Schmerzen und chronische Schmerzen unterscheiden

Ein wesentlicher Bestandteil einer guten medikamentösen Schmerztherapie ist die Unterscheidung zwischen akuten und chronischen Beschwerden.

Akuter Schmerz hat häufig eine konkrete Ursache, beispielsweise eine Verletzung, Überlastung oder entzündliche Reizung.

Hier kann eine zeitlich begrenzte Medikamenteneinnahme sinnvoll sein, um die schmerzhafte Phase zu überbrücken.

Chronische Schmerzen sind komplexer.

Bestehen Beschwerden über einen längeren Zeitraum, können neben dem ursprünglichen körperlichen Auslöser weitere Faktoren hinzukommen. Schonhaltungen, reduzierte Muskelkraft, Schlafprobleme und eine zunehmende Einschränkung von Aktivitäten können das Schmerzgeschehen beeinflussen.

In dieser Situation reicht es häufig nicht aus, lediglich die Schmerzmedikation weiter zu erhöhen.

Vielmehr sollte geprüft werden, welche zusätzlichen Therapiebausteine notwendig sind.

Medikamente bei Arthrose

Bei Arthrose ist die medikamentöse Behandlung meist nur ein Bestandteil der konservativen Therapie.

Genauso wichtig können Bewegung, Muskelaufbau, Physiotherapie und eine Anpassung belastender Aktivitäten sein.

Bei Kniearthrose empfiehlt die aktuelle S3-Leitlinie beispielsweise zunächst eine nicht-medikamentöse Basistherapie. Wenn Medikamente notwendig sind, sollen sie die Bewegungstherapie unterstützen. 

Das Ziel ist also nicht, das Gelenk durch Medikamente ruhigzustellen.

Vielmehr soll die Schmerzbelastung soweit beeinflusst werden, dass funktionelle Behandlung und Bewegung möglich bleiben.

Medikamentöse Therapie bei Rücken- und Nackenschmerzen

Rücken- und Nackenschmerzen sind besonders häufige Gründe für eine orthopädische Untersuchung.

Doch auch hier ist es wichtig, zunächst die Ursache einzugrenzen.

Muskuläre Überlastung, eingeschränkte Beweglichkeit, Bandscheibenveränderungen oder gereizte Nerven können sehr unterschiedliche Behandlungsstrategien erfordern.

Bei akuten Beschwerden kann eine kurzfristige medikamentöse Therapie sinnvoll sein.

Bei wiederkehrenden oder chronischen Schmerzen sollte sie dagegen möglichst in ein umfassenderes Konzept eingebettet werden.

Dazu können je nach Befund beispielsweise Physiotherapie, Manuelle Medizin, Bewegungstherapie, Stabilisationstraining oder gezielte orthopädische Schmerztherapie gehören.

Tabletten, Salben oder gezielte Behandlung?

Nicht jedes Medikament muss als Tablette eingenommen werden.

Je nach Erkrankung kommen unterschiedliche Applikationsformen infrage.

Bei oberflächennahen Gelenken kann beispielsweise eine lokale Anwendung eines entzündungshemmenden Wirkstoffs sinnvoll sein.

Daneben existieren in der Orthopädie gezielte Injektions- und Infiltrationsverfahren. Diese sind jedoch von einer allgemeinen medikamentösen Therapie zu unterscheiden und setzen eine genaue Indikation voraus.

In der Praxis von Jan Deichmann können deshalb medikamentöse Behandlung, konservative Verfahren und – wenn medizinisch sinnvoll – gezielte lokale Therapien miteinander abgestimmt werden.

Welche Medikamente passen zu mir?

Diese Frage lässt sich nicht allein anhand des Schmerzortes beantworten.

Für eine sichere Entscheidung sollten unter anderem berücksichtigt werden:

  • Ursache und Stärke der Beschwerden,
  • akuter oder chronischer Verlauf,
  • Alter,
  • Magen-Darm-Erkrankungen,
  • Nierenfunktion,
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
  • Allergien und Unverträglichkeiten,
  • weitere regelmäßig eingenommene Medikamente,
  • bisherige Erfahrungen mit Schmerzmitteln.

Gerade bei Patienten mit mehreren Vorerkrankungen kann die Auswahl des geeigneten Medikamentes wichtiger sein als die Wahl des vermeintlich „stärksten“ Präparates.

Medikamentöse Therapie und konservative Orthopädie kombinieren

Eine medikamentöse Behandlung sollte möglichst nicht isoliert erfolgen.

Abhängig von der Diagnose können weitere Maßnahmen hinzukommen:

Physiotherapie kann Beweglichkeit und Muskelkraft verbessern.

Ärztliche Osteopathie oder auch die manuelle Medizin kann bei bestimmten funktionellen Bewegungseinschränkungen eingesetzt werden.

Stoßwellentherapie kommt bei ausgewählten chronischen Sehnen- und Sehnenansatzbeschwerden infrage.

Regenerative Therapieverfahren können bei bestimmten Gelenk- oder Sehnenproblemen diskutiert werden.

Auch eine Anpassung von Sport, Alltagsbelastung oder Arbeitsplatz kann Teil des Therapiekonzeptes sein.

Welche Maßnahmen kombiniert werden, hängt vom individuellen Befund ab.

Medikamentöse Therapie beim Orthopäden in Hamburg

In der Privatpraxis Jan Deichmann – Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie in Hamburg – wird die medikamentöse Therapie als Teil einer umfassenden konservativen Behandlung des Bewegungsapparates betrachtet.

Im Mittelpunkt steht zunächst eine orthopädische Untersuchung.

Anschließend kann entschieden werden, ob Medikamente notwendig sind, welche Wirkstoffgruppe grundsätzlich infrage kommt und ob ergänzende Behandlungen sinnvoll sind.

Das Ziel besteht darin, Beschwerden möglichst gezielt zu behandeln und gleichzeitig unnötige oder längerfristige Medikamenteneinnahmen zu vermeiden.

Die Praxis befindet sich zentral in der Hamburger Innenstadt und richtet sich an Privatversicherte und Selbstzahler.

Häufige Fragen zur medikamentösen Therapie in der Orthopädie

Welche Medikamente verschreibt ein Orthopäde bei Schmerzen?

Das richtet sich nach Diagnose und individueller Situation. Abhängig von der Erkrankung können beispielsweise entzündungshemmende Schmerzmittel oder andere Analgetika infrage kommen. Ein bestimmtes Medikament eignet sich nicht automatisch für alle orthopädischen Beschwerden.

Welches Medikament hilft bei Gelenkschmerzen?

Zunächst sollte geklärt werden, wodurch die Gelenkschmerzen verursacht werden. Bei bestimmten Arthrosebeschwerden können beispielsweise lokal angewendete NSAR eine Option sein. Andere Ursachen benötigen möglicherweise eine andere Behandlung.

Soll man Schmerzmittel bei Rückenschmerzen nehmen?

Eine kurzzeitige medikamentöse Behandlung kann bei bestimmten akuten Rückenschmerzen sinnvoll sein. Bei länger anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden sollte jedoch die Ursache untersucht und ein umfassenderes Therapiekonzept erstellt werden.

Sind entzündungshemmende Medikamente dauerhaft geeignet?

Eine langfristige Einnahme sollte nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen. Insbesondere NSAR können unter anderem Magen-Darm-Trakt, Nieren und Herz-Kreislauf-System belasten. 

Muss eine medikamentöse Schmerztherapie dauerhaft durchgeführt werden?

Nein. Bei vielen akuten orthopädischen Beschwerden werden Medikamente nur zeitlich begrenzt eingesetzt. Eine längerfristige Therapie sollte regelmäßig hinsichtlich Nutzen, Nebenwirkungen und Therapieziel überprüft werden.

Können Medikamente mit Physiotherapie kombiniert werden?

Ja. Eine medikamentöse Schmerzlinderung kann gerade dazu dienen, Bewegung und therapeutische Übungen besser zu ermöglichen. Bei vielen Erkrankungen ist eine Kombination unterschiedlicher Therapiebausteine sinnvoll.

Orthopädische Schmerzen gezielt behandeln

Sie leiden unter Rücken-, Gelenk- oder Bewegungsschmerzen und möchten wissen, welche medikamentöse Therapie in Ihrem Fall sinnvoll sein kann?

In der Privatpraxis Jan Deichmann in Hamburg werden Beschwerden zunächst orthopädisch untersucht. Anschließend können medikamentöse und weitere konservative Behandlungsmöglichkeiten individuell aufeinander abgestimmt werden.

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Neben kurzen Wartezeiten innerhalb der Praxis versuchen wir auch, bei akuten orthopädischen Beschwerden möglichst zeitnah einen Termin anzubieten.

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